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  Die Kraft aus dem Ursprung -

    Geomantische Betrachtungen zur Stadt Witten

 

 

Eine kürzere Version, die auch besser für mobile Endgeräte geeignet ist, steht Ihnen auch in meiner Homepage  www.geomantie.nrw zur Verfügung.

 

 

Geomantische Betrachtungen zur Stadt WittenSeit über 25 Jahre wohne ich nun in Witten und das im Jahr 2014 gefeierte 800 jährige Jubiläum über den ersten Nachweis der Stadt Witten war der Anlass einmal über den Ursprung der Stadtentstehung von Witten konkreter nachzudenken.

Die geomantische Analyse bezieht sich dabei vorrangig auf den frühen Stadtkern der mittelalterlichen Stadt, dessen Struktur vom Beginn der Siedlungsgeschichte bis zur Neuzeit relativ unverändert blieb.

Im Folgenden werden nun neben den geographischen und historischen Bedingungen bzw. Ereignisse auch die qualitativen Einflüsse der Landschaft und die subjektiven Aspekte der Region vorgestellt und beschrieben, die aus geomantischer Sicht zur Gründung der Stadt an diesem Ort beigetragen haben.

Aus geomantischer Sicht sind diese energetischen Qualitäten und Potentiale der Region auch heutzutage noch verantwortlich für die spezifische Eigenart und das Lebensgefühlt in der Stadt Witten. Mit der Betrachtung der Potentiale dieser Region können deshalb auch Anregungen für eine Weiterentwicklung der Stadt Witten gegeben werden.

 
 
naturräumliche und geologische Gegebenheiten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Ruhrtal vom Berger-Denkmal

Das Ruhrtal vom Berger-Denkmal, das auf dem Ausläufer des Ardeygebirges steht, mit Blick nach Osten Richtung Wengern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn man den Großraum um Witten betrachtet liegt Witten im Übergangsbereich zwischen der im Norden sich ausdehnenden Westfälischen Tieflandbucht und dem im Süden sich ausdehnenden Mittelgebirge mit dem Bergischen Land und dem Sauerland. Vor über 300 Millionen Jahren wechselten sich im Karbon hier in einem Übergangsbereich die Phasen zwischen Meer und Land öfters ab. Es gab Landphasen mit einer wohl auenähnlichen Landschaft, ähnlich vielleicht des Amazonas heute, mit viel Vegetationen und Zeiten der Überflutungen mit Anschwemmungen von Sand und Schlamm. Das dabei im Meer ablagernde Gesteinsgemenge überdeckte die ins Wasser gefallenen Bäume und Pflanzen. So häuften sich über einen Zeitraum von über 50 Millionen Jahren über mehrere tausend Meter dicke Gesteinsschichten an, die immer weiter ins Innere der Erde gedrückt wurden und dadurch immer mehr verdichtet wurden. Aus den Pflanzen entstanden die Kohle aus den Sanden und Schlammschichten der Sandstein und die Schiefertone.

Witten und Umgebung um 1840 in der Historika TK 1:25.000
Witten und Umgebung um 1840 in der Historika TK 1:25.000: Grafik a)

Als dann gegen Ende des Karbonzeitalters durch tektonische Verschiebungen unsere Region zu einem Hochgebirge zusammen gepresst wurde, sind diese Gesteinsschichten aufgefaltet oder überschoben worden. Es entstanden viele Verwerfungen im Gestein. Dabei wurde das Gestein teilweise mehrere hundert Meter gegeneinander verschoben. In dem darauf folgenden Kreidezeitalter wurde das Hochgebirge durch Erosion abgetragen und der Untergrund senkte sich gleichzeitig nach Norden immer weiter ab. Die Gesteinsschichten, des im Untergrund vorherrschenden Oberkarbongesteins, fallen deshalb alle Richtung Norden ab. Die heutige Landschaft in Witten ist also sozusagen der Gebirgsstumpf des ehemaligen Hochgebirges. Von der Qualität der Steine haben wir hier deshalb neben den wässrigen, ruhige Qualitäten der Meeresablagerungen, durch den Sandstein, auch die feurigen, dynamischen Qualitäten der Kohle, mit der Kraft der Sonne in den ehemaligen Pflanzen, die im Karbonzeitalters hier wuchsen, als auch durch die Feuerkraft der Erde. Denn nur durch deren Hitze und dem Druck im Erdinnern wurden die Pflanzen zu Kohle und der Sand zu Sandsteinsteine gepresst (siehe Grafik unten mit der geologischen Übersicht).

Geologische Übersicht
Geologische Übersicht von Witten (Auszug aus GÜK 1:100.000 Geoportal.nrw)

Die heute in unserer Gegend vorhandenen Höhenzüge, wie z.B. der Annener Berg oder der Helenenberg, und auch die Talmulde dazwischen in der Witten liegt, sind geologisch durch die Faltenbildung mit Sattelbildung und Muldenlage des Karbonhorizonts entstanden. Da die oberen jüngeren Karbonschichten weicher waren wurden diese schneller durch Erosion aufgelöst als die tieferen, älteren und härteren Sandsteinbänke und Kohleschichten in den Sattellagen. Die Auffaltungsrichtung des Karbongesteins bestimmt heutzutage den eher südwestliche-nordöstliche Verlauf der Gebirgszüge und Täler um Witten. In der aktuellen Topographie der Landschaft kann man deshalb immer noch die unterschiedliche Struktur des Untergrundes wiederfinden. Wobei der Höhenzug des Ardey mit am Wartenberg bis zu 245 m über NN deutlich höher liegt als der Steinberg bei Stockum mit nur 167 m über NN. Der Verlauf dieser Höhenzüge wird dann später bei der Betrachtung der sognannten Bergdrachen noch eine größere Rolle spielen.

In der Kreidezeit wurde nur der nördliche Teil Wittens wieder vom Meer überströmt. Dort lagerten sich dann die Kreideschichten ab, die im Wittener Gebiet nur etwas noch bis nördlich von Stockum heranreichen.

Zu späteren Zeiten im Quartär ab 800.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung gab es mehrere Eiszeiten bei denen auch in unserem Gebiet die Landschaft von Gletschern überdeckt war. Entscheiden ist dabei vor allem vor etwa 200.000 Jahren die Rißeiszeit gewesen, deren Gletscher bis nach Langendreer, bis zur sogenannten Langendreer Pforte vordrangen. Die Eis- und Geröllmassen verstopften den damaligen Ruhrverlauf dort. Die Ruhr floss früher von dem jetzigen Ruhrtal im Süden von Witten über eine große Schleife an Witten vorbei nach Langendreer um dann über das heutige Ölbachtal Richtung dem heutigen Verlauf der Ruhr bei Herbede wieder zum jetzigen Ruhrtal zuzufließen (siehe nächstes Bild). Der damalige wohl gewaltige Rückstau des Schmelzwassers durchbrach zwischen dem heutigen Kleff und der Ruine Hardenstein irgendwann an der dünnsten Stelle dieser großen Mäanderschleife eine dort vorhandene Schneise und spülte das heutige Ruhrtal nach Herbede frei. Der Urstrom der Ruhr räumte mit dem vielen Schmelzwasser diese Talenge vollständig aus, so dass die Ruhr heutzutage in diesem breiten Urstromtal ohne besonders großes Gefälle nach Herbede abfließen kann.

Blick vom Helenenberg zum Wittener Rathaus (Turm in Bildmitte)
Blick vom Helenenberg über das Wittener Rathaus (Turm in Bildmitte) nach Langendreer
- Der ehemalige Ruhrverlauf ging links vom Rathaus vor dem Papenholz (der Wald links am Horizont) vorbei nach Langendreer.

Der ehemalige Flussverlauf der Ruhr ist durch seine Ablagerungen von Geröll an verschiedenen Stellen im Wittener Raum auch heute noch präsent. Man kann dies noch an den Ablagerungen ehemaliger Flussgerölle auf der Höhe des heutigen Berger Denkmals oder auf der gegenüberliegenden Seite in Bommern erkennen. Der damalige Fluss war mit etwa 135 m über NN etwa über 55 Meter höher gelegen als heute. Auch der für die spätere Betrachtung noch wichtige kleine Ausläufer eines Höhenzuges auf dem die heutige Johanniskirche steht ist das Relikt eines Überbleibsels der ehemaligen oberen Mittelterrasse der Ruhr. 1.)S.9f

Witten liegt also geologisch gesehen eher in dem Innenkurvenbereich einer riesigen Ruhrschleife. Der heutige Flussverlauf mäandert dagegen langsam schwingend von Osten kommend Richtung Kleff um dort dann eine fast 180° Kurve Richtung Heveney und Herbede zu machen. Im Bereich des alten Flussbettes der Ruhr fließt jetzt im Wittener Gebiet der Wannenbach Richtung Ruhr. Dieser Aspekt spielt später bei der Betrachtung der sogenannten Wasserdrachen noch eine größere Rolle.

Ein Nebenaspekt der Wasserverläufe ist auch, dass im heutigen Stadtgebiet bei Annen in der Mulde zwischen dem Annener Berg und dem Ardeygebirge die Wasserscheide zwischen Ruhr und Emscher sich befindet. Der Grotenbach bei Annen entwässert zur Emscher und die (ehemalige) Hüstenbecke sowie der bei Wullen entspringende Pferdebach entwässert zur Ruhr. Diese eher sehr flache Schwelle zur Hellwegregion nach Nordosten und der auch nur geringfüge Höhenunterschied beim Crengeldanz nach Langendreer nach Norden sind günstige Voraussetzungen für die Entstehung der Handelswege gewesen, die das Wittener Stadtgebiet durchqueren. Bei den geomantischen Betrachtungen wird dies dann noch eine Rolle spielen.

Geologisch gesehen sind damit die wichtigsten Grundstrukturen beschrieben, die das Landschaftsbild unserer Region prägen. Für die Landwirtschaft ist dann noch von Bedeutung, das zwischen den Eiszeiten durch die Winde immer wieder sehr fruchtbaren Löß über das Land geweht wurde, der sich im Wittener Raum vor allem in den Muldenlagen teilweise mehrere Meter dick ablagerte. Gerade zu Beginn der Besiedlung wird dies auch im Wittener Raum eine Rolle gespielt haben. Die eher lockeren leichteren Lößböden waren mit den damaligen Mitteln relativ noch einfach zu bearbeiten und der Lößboden gilt als sehr fruchtbar.

 
 


Beschreibung der Siedlungsanfänge Wittens

 

Leider liegen uns aus der noch früheren Zeit der Besiedlung dieser Region in der Frühgeschichte nur vereinzelte Streufunde vor. Es gibt ein paar Funde aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit überwiegend auf den Höhen in Umfeld von Witten. Lediglich ein Jungsteinzeitlicher Fund lag im Bereich der heutigen Innenstadt. Leider geben diese Zufallsfunde nicht die wahre Besiedlungsstruktur in der Urzeit wieder, da diese Streufunde in der Regel immer nur per Zufall durch aufmerksame Bauern oder Bauarbeiter gefunden wurden. Die meisten Relikte aus der Urzeit wurden untergepflügt oder einfach überbaut und sind durch die Erschließung verloren gegangen. Interessant ist aber der Hinweis von A.H. Blesken, das „einige Stücke aus importiertem westeuropäischem Feuerstein bestehen“ 2.)S.10, die nach seinen Aussagen ein Nachweis für einen seit über 5.000 währenden Handel in dieser Region sind.

Gerade hier wird es aus geomantischer Sicht interessant nach diesen alten Handelswegen zu forschen. Da alte Straßen und Wege auch immer mit der lokalen Raumdynamik in Verbindung stehen. „Solche Wege werden nicht vorsätzlich angelegt. Sie bilden sich indem sie begangen werden. Wo ein Einzelner ein einzelnes Mal geht, bildet sich vielleicht noch kein Weg. [ ] Wo der eine mehr oder weniger unbewusst den bequemsten Weg gegangen ist, da folgen ihm dann die anderen nach, aber korrigieren zugleich seine Ungeschicklichkeit, die der erste vielleicht noch gemacht hat, und schaffen so den günstigsten Weg. So sind bald bevorzugte Verbindungslinien da, die durch das Ausgetreten-werden bald den Vorzug vor dem nichtausgetretenen Gelände gewinnen.“ 3.)S.98 So die Beschreibung der Entstehung von Wegen von Prof. Dr. Otto F. Bollnow in seinem Buch ´Mensch und Raum´.

Das charakteristische all dieser ersten Trampelpfade ist aber, dass diese nie in einem Gelände geradlinig verlaufen. Es wird nie die objektiv kürzeste Strecke gelaufen, sondern die angenehmste Strecke. Deren Linienverlauf ist aber immer eher geschwungen, bogenförmig. Aus geomantischer Sicht entspricht der Linienverlauf der Trampelpfade dann auch oft dem Linienverlauf der Chi-Dynamik des Raumes. Alte Straßen- und Wegeführungen lassen deshalb auch oft eine Aussage über die Chi-Dynamik des Ortes zu (siehe auch: Der Weg ist das Ziel).

Bei der Betrachtung der „Straßen zwischen Vorgeschichte und Gegenwart“, so der Titel eines Textes von Elmar-Bjorn Krause, kann man feststellen, dass „Aus dem auf den ersten Blick einheitlichen Erscheinenden Siedlungsbild der Region [ ] sich bei genauerer Betrachtung sowohl Siedlungskerne als auch Hauptverkehrsadern deutlich hervor [heben]. Beide sind nicht das Ergebnis einer Besiedlungsverdichtung, die aufgrund eines durch die reichen Kohlevorkommen begünstigten Kontraktionsprozesses von Wirtschaft und Bevölkerung seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert zustande kam, sondern stellen eine Weiterentwicklung von Siedlungskernen und Verkehrswegen dar, die bereits durch ältere schriftliche Quellen und frühneuzeitliche Karten dokumentiert sind, und den archäologischen Quellen zufolge entstehungsgeschichtlich über das Mittelalter hinaus bis in vorgeschichtlicher Zeit zurückreichen.“ 4.)S.97f

Später kommt Krause aufgrund seiner Forschungen zu dem Ergebnis, dass „auch wenn sich aus dem derzeitigen Forschungsstand noch kein flächendeckendes Bild einer verkehrsgeographischen Infrastruktur der Bronze- und Eisenzeit ableiten lässt, [kann bereits] ein auch für die Vorgeschichte geltendes Wegenetz rekonstruiert werden. Dies lässt deutlich mehrere von Süd nach Nord und von West nach Ost verlaufende Wegstrecken erkennen.“ 4.)S.97f

 
 


Die alten Fernwege und der Hellweg

 

 

Der Hellweg in Witten-Heven ist der alte Fernweg

Der Hellweg in Witten-Heven. Der alte Fernweg ist noch immer vorhanden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Johanniskirche auf einer kleinen Anhöhe neben der alten Fernwegekreuzung

Die Johanniskirche auf einer kleinen Anhöhe neben der alten Fernwegekreuzung und gegenüber dem ehemailigen Schultenhof

 

 

 

mittelalterlichen Fernwege um Witten nach Elmar-Björn Krause auf Basis der topographischen Karte von Le Coq 1812

Die mittelalterlichen Fernwege um Witten nach Elmar-Björn Krause auf Basis der topographischen Karte von Le Coq 1812: Grafik c)

Diese Grundtendenz entspricht aus geomantischer Sicht auch der Chi-Dynamik der Landschaft des Ruhrgebiets im größeren Umfeld um Witten. Im gesamten Ruhrgebiet bildet der Ruhrhöhenrücken, von Essen über den Ardey bis zum Haarstrang nach Soest verlaufend, und das parallele Flusstal der Ruhr sowie die Flußauen der Emscher und Lippe im Norden die energetisch bestimmenden Ost-West-Achsen der Region. Besonders über die Flüsse erfolgt der energetische Zustrom der Chi-Energie von Osten zum Westen. Dabei stellt der alte Hellweg von Paderborn/Soest bis nach Mülheim zum Niederrhein nicht nur als Wirtschaftsweg (als alter „Salzweg“ und heute als [ehemalige] B1/ A40), sondern auch als „Heiliger Weg“ das energetische Rückgrat der Region des Ruhrgebiets dar. Neben der energiezuführenden Ost-Westachse wird das Ruhrgebiet auch noch durch einen steten Chi-Strom von den Ruhrhöhen im Süden zu den flachen Emscher- und Lippeauen im Norden bestimmt. Dieser Chi-Strom wird aus Sicht des Feng Shui durch die energiesammelnde Funktion der Berge und des Abströmens der Chi-Kräfte von dort in tiefere Mulden und Tallagen verursacht (Weitere Infos zur Geomantie des Hellwegs unter www.geomantie.nrw).

Für die Region um Witten bezieht sich Krause4.)S.97f auf die topographische Karte von Leqoc aus dem Jahr 1805 und hebt dort die Straßenverbindung von Bochum über den Crengeldanz nach Herdecke und von Dortmund ebenfalls über den Crengeldanz nach Herbede und über die Innenstadt von Witten nach Schwelm hervor. Im Wittener Raum ist die Linienführung der sonst üblichen Nord-Süd-/Ost-West-Verbindung durch die Bedingungen der lokalen Topographie etwas Diagonal verschoben (siehe letzte Grafik oberhalb). Der Nordost-Südwest verlaufenden Höhenzug des Papenholzes bis zum Kleff bot sich für einen möglichst talauenfreien und entsprechend auch sumpffreien festen Höhenweg ohne viel Steigungen als Verbindung nach Nordosten in Richtung Dortmund ideal an. Auch das breite flache Tal zwischen Wullen und Annen mit der Wasserscheide zwischen Ruhr und Emscher war als Talweg relativ trocken und wurde entsprechend auch als angenehmer Ab- bzw. Aufstieg von Dortmund über Witten zur Ruhr genutzt.

Ebenso war die Lücke zwischen dem Langendreerholz und dem Papenholz, als Relikt des ehemaligen Flusslaufes der Ruhr ein idealer Durchgang nach Nordwesten Richtung Bochum. Kurz vor dem Übergang nach Bochum lag dann auch am Crengeldanz die Kreuzung zweier Fernwege. Der eine führte vom Hellweg bei Bochum über Witten nach Herdecke und von dort über die Ruhr nach Hagen ins Sauerland bis nach Frankfurt. Der andere Weg kam ebenfalls vom Hellweg bei Dortmund über Stockum und führte über den Crengeldanz nach Krone über die auch heute noch ´Hellweg´ genannte Straße Richtung Heven nach Herbede und dann weiter über Hattingen nach Schwelm ins Bergische Land bis nach Köln. In Stockum zweigt von diesem Weg aus Dortmund auch ein Abzweig Richtung Witten ab. Von Witten führte dieser Weg dann vor allem nach Süden über die Ruhr nach Bommern Richtung Schwelm und ebenfalls ins Bergische Land bis nach Köln.

Von Witten aus nach Süden gab es aber allerdings mehrere Möglichkeiten. Hier musste immer die Ruhr überwunden werden, die je nach Jahreszeit immer schon unterschiedliche Pegelstände gehabt hat. „Das Hochwasser tritt in der Ruhr überraschend schnell auf und dabei ufert der Fluss aus und überschwemmt die geringer gelegenen Talwiesen auf weite Strecken“. so Klemens Max in seinem Text zur „Stadtgeographie von Witten an der Ruhr“ 5.)S.35. Im Sommer dagegen war die Ruhr, vor Errichtung der Talsperren im Sauerland, öfters fast trocken gefallen. Bei Niedrigwasser konnten im Wittener Raum zwei Furten über die Ruhr benutzt werden. Eine lag bei der jetzigen Bommeraner Brücke oder etwas oberhalb und die andere bei der jetzigen Nachtigallbrücke kurz bevor der Wannenbach in die Ruhr floss. An dieser Stelle war, wohl nach Errichtung eines Stauwehrs für die ehemalige Sundern- oder auch Stahls-Mühle, auch bereits für das Jahr 1321 eine Fähre über den Fluss belegt.1.)S.30 Der Flusslauf der Ruhr hatte dabei bis 1486 aber hier noch etwas weiter nach Norden gelegen als heute. Es lag mit Sicherheit an den wechselnden Pegelstellen der Ruhr, dass es nach dem Süden nicht nur eine Verbindung gab. Je nach Wasserstand wurde der eine oder andere Ruhrübergang bevorzugt.


Das alte Fernwegenetz von Witten-Zentrum in der Karte von Le Coq 1812

Das Netz der alten Fernwegenetz von Witten-Zentrum,
Eigengrafik auf Basis der topographischen Karte von Le Coq 1812: Grafik c)

Im Wittener Zentrum kreuzen sich demnach mehrere Fernwege. Der Verlauf der alten Nord-West-/Süd-Ost-Verbindung von Bochum erfolgte vom Crengeldanz über die Augustastr. (früher: Tiefer Weg = Hohlweg) zur heutigen Hauptstraße dann wohl durch das Oberdorf über die heutige Bachstr. weiter etwa parallel zur heutigen Husemannstr. entlang des ehemaligen Bachverlaufs der Hüstenbecke bis zur Ardeystr. dann nach Herdecke. Die Nord-Ost-/Süd-West-Verbindung von Stockum wird wohl hauptsächlich über die Pferdebachstr. und Johannisstr. zur Stadtmitte und dann etwas südlich parallel zur heutigen Bahnhofstr. zur Ruhrfurt an der Stelle der heutigen Nachtigallbrücke geführt worden sein. Es gab aber auch noch einen zweiten Weg, der über die Dortmunder Str. zur Mannesmannstr. weiter über die Oberstr. über den heutigen Schwanenmarkt zur Wiesenstr. und weiter zur Nachtigallbrücke führte und auch vom Schwanenmarkt zur Ruhrstr. an Haus Berge vorbei über die Ruhr zum Übergang nach Bommern führte. Vom Schwanenmarkt konnte man aber zusätzlich auch etwas östlicher über den heutigen Parkweg nördlich am Wennemarsberg vorbei runter bis zur Ruhr kommen.6.)S.4f

Witten ist zuerst als kleines Dorf an diesem Kreuzungsbereich der Fernwege entstanden. Gerade weil es aber im Wittener Stadtgebiet keinen eindeutigen Kreuzungsbereich dieser Wege gibt, stellt sich unter geomantischen Sicht die Frage: Warum und wo wurde dann Witten genau gegründet?

„Der Ort hat immer etwas Punktuelles. Man kann auf ihn zeigen. Er bezeichnet einen festen Punkt im Raum, insbesondere einen festen Punkt auf der Erdoberfläche. Vor allem aber hat sich dieser Begriff im Sinn von Ortschaft verengt, d.h. als Bezeichnung einer menschlichen Siedlung. [ ] Darum kann man auch Orte nicht tauschen, wie man Plätze und Stellen tauscht, sondern sich höchstens an einen Ort begeben. [ ] Auch eine Ortschaft, eine Stadt oder ein Dorf ist Ort nicht infolge ihrer räumlichen Ausdehnung, sondern weil sie an dieser bestimmten Stelle gelegen ist.“ 3.)S.38f, so die Beschreibung von Prof. Dr. Bollow.

Aber wo ist der Ursprung des Ortes ´Witten´? Dazu lohnt es sich die ersten nachgewiesenen Siedlungsschritte zu beschreiben. Von Schoppmeyer 1.)S.25f und 7.)Karte 8&9  wird durch die urkundlichen ersten Erwähnungen der Höfe im alten Ortskern und deren Besitzverhältnisse nachgewiesen, das Witten in mehreren Teilschritten entstanden ist. Zuerst das von ihm beschriebene Oberdorf dann das Unterdorf. „Den ältesten Kern des Oberdorfes darf man in einem Dreiviertelkreis um die Johannis-Kirche vermuten; er umschloss den späteren Kornmarkt und den heutigen Marktplatz. [ ] nach Südwesten schloss sich gegenüber der Johannis-Kirche der Schultenhof an, der zuerst 1375 als Hof zu Witten bezeichnet wurde. [ ] Die übrigen Höfe und Kotten des Oberdorfes [ ] schlossen sich diesem Kern vor allem in Richtung Osten und Süden bis zur Oberstr. an.“  1.)S.25f

Wie Schoppmeyer auch richtig feststellt lagen die meisten der Höfe auf einer kleinen aber deutlichen Erhebung der ehemaligen Ruhrterrasse, die etwa von der Johanniskirche bis zum Viehmarkt verläuft, und hier vom unteren Marktplatz bis zur Bergstraße einen Höhenunterschied von etwa 10 Metern ausmacht. Auch wird von Schoppmeyer richtiger Weise festgestellt, dass das Gebiet des Oberdorfes kurz unterhalb eines Quellhorizont liegt. „Der Kernbereich des Dorfes war an der Johannis- und Bellerslohbecke, in zweiter Linie an der Hüstenbecke orientiert. Die Bäche dienten in der früh- und hochmittelalterlichen Phase als Wasserversorgung von Mensch und Vieh.“ 1.)S.25f und 7.)Karte 8&9  Der Verlauf der Bäche wird auch sehr genau von Gerrit Haren beschrieben.6)S.14f. Der Johannisbach, der auch Johannisbecke bzw. Heilenbecke genannt wurde, mündete auch lange Zeit in einen Teich vor dem Schultenhof, der erst nach 1782 zugeschüttet wurde.

Dieser kleine Höhenunterschied und auch der Verlauf der Bäche wird bei den geomantischen Betrachtungen noch eine Rolle spielen.

Die Johanniskirche wurde nach der Patronatsnamensdeutung von Schoppmeyer wohl im 10.Jahrhundert errichtet. Die Ortschaft des Oberdorfes selbst wird nach Schoppmeyer von den ersten Siedlern dann wohl im 9.Jahrhundert hier gegründet worden sein. Nach dem Oberdorf ist dann nach Schoppmeyer das Unterdorf entstanden, das südlich vom Schultenhof im Bereich der heutigen Casinostr. bis zur Wiesenstr. gelegen hat. Dieses Siedlungsgebiet ist nach Schoppmeyer im 11.Jahrhunder entstanden. Eine Erweiterung des Dorfes erfolgte in den nächsten Jahrhunderten nur in kleineren Parzellen an den Rändern und vor allem ab dem 13.Jahrhundert dann durch Verdichtung der Bebauung innerhalb der Dorfstruktur, so dass Witten bis zum Beginn der Neuzeit eigentlich seine ursprüngliche Dorfstruktur erhalten hat (siehe auch Grafik).1.)S.21f

Der genaue Zeitpunkt der Besiedlung, wie auch der herrschaftliche Zusammenhang der Besitztümer in der ersten Gründungsphase ist aber für die geomantische Betrachtung eher eigentlich nicht von Belang. Für eine geomantische Betrachtung kommt es weniger darauf an, wann etwas passiert ist, sondern vor allem wo und warum. Es spielt dabei nur vor allem die zeitliche Einschätzung eine Rolle, wann welcher Siedlungsschritt erfolgte und wo die erste Keimzelle von Witten lag. Für die weitere Entwicklung der Stadt ist es dann aber auch aus geomantischer Sicht schon wieder interessant, wie sich die Stadt weiter entwickelt hat, da – wie auch in Witten – diese Weiterentwicklung auf der vorhandenen qualitativen Grunddynamik der Landschaft aufbaut bzw. die Stadt sich in die vorgegebene Struktur der Landschaft entfaltet.

Auf Basis der damit vorgestellten Beschreibung der naturräumlichen Gegebenheiten der Landschaft um Witten und der ersten Siedlungsschritte folgt nun die Analyse und Bedeutung der Landschaft für die Entstehung und Entwicklung der Stadt Witten aus geomantischer Sicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den weiteren Seiten über die Kraft aus dem Ursprung der Stadt Witten finden Sie die Infos zu:

  Die Geomantie der Landschaft - geomantische Analyse von Witten

  Zusammenfassung und Essenz - Neuzeit und Perspektiven


Quellennachweise für die erwähnten Daten, Fakten und Grafiken (z.B.1.)S.xy) finden Sie am Ende der Essenz.


 

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